Menschliches Versagen ist und bleibt ein Problem

Sara Kuylenstierna ist eine der Personen, die für die Volvo Trucks Sicherheitsinitiativen s toppen, schauen, winken und sehen und gesehen werden verantwortlich zeichnen. Im Interview erklärt sie, warum die Verkehrserziehung ungeschützter Verkehrsteilnehmer trotz aller technologischer Fortschritte auch weiterhin einen hohen Stellenwert genießt.

Sara Kuylenstierna

Sara Kuylenstierna, Communications Manager bei Volvo Trucks, hat viel Zeit damit verbracht, mit Schulkindern über das Thema Verkehrssicherheit zu sprechen.

Warum und wie hat Volvo Trucks diese Sicherheitsinitiativen ins Leben gerufen?
„Angesichts der zunehmenden Zahl von Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern in einigen Teilen der Welt fühlten wir uns verpflichtet, das globale Sicherheitsbewusstsein zu schärfen. Nach dem Vorbild einer Initiative von Volvo Trucks in Dänemark habe ich mir mit ein paar Kollegen in Göteborg angesehen, was Schulkinder im Unterricht interessant finden. Danach beschlossen wir, unsere Sicherheitsbotschaften in Gestalt eines Mitmachprogramms zu übermitteln, das 2014 unter dem Namen 'Stoppen, schauen, winken' an den Start ging. Die 2015 gestartete Initiative 'Sehen und gesehen werden' basiert auf demselben Interaktionsansatz, richtet sich aber an Radfahrer und Heranwachsende.“

Warum sind diese Initiativen wichtig?
„Weil 90 Prozent aller Verkehrsunfälle durch menschliches Versagen verursacht werden. Heutzutage herrscht täglich mehr Betrieb auf den Straßen, und immer häufiger müssen sich schwere Nutzfahrzeuge den Verkehrsraum mit Autos, E-Bikes, Motorrädern, Radfahrern und Fußgängern teilen. Zugleich ändert sich das menschliche Verhalten im Straßenverkehr, weil Mobiltelefone und andere technische Neuerungen von potenziellen Gefahren ablenken. Zudem verlassen wir uns zu sehr auf die Sicherheitsmerkmale unserer Fahrzeuge und vergessen dabei, dass unsere Verkehrssysteme auf dem gegenseitigen Vertrauen aller Akteure beruhen. Darüber hinaus können wir nie ganz sicher sein, dass andere sich so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten.“

Bis zur lückenlosen Verkehrsautomation und zur fehlerfreien Interpretation menschlichen Verhaltens ist es noch ein langer Weg.

Sara Kuylenstierna,

Communications Manager

Wie sehen Ihre künftigen Sicherheitsstrategien aus?
„Menschliches Versagen ist und bleibt ein Problem, weshalb wir das Thema Verkehrssicherheit von verschiedenen Seiten angehen müssen. Dazu zählen die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien, die Erforschung von Unfallursachen, die Schaffung sicherer Verkehrssysteme in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen sowie die allgemeine Verkehrserziehung im Hinblick auf ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr. Wir sind stolz und glücklich darüber, dass sich viele unserer Kunden in aller Welt für die Mitwirkung an unseren Verkehrssicherheitsinitiativen entschieden haben und uns bei der Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen unterstützen. Dieses wichtige Teil des globalen Verkehrssicherheitspuzzles darf niemals verschwinden, denn es kommen ständig neue Generationen auf die Welt, die unterrichtet werden müssen.“

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?
„Bis zur lückenlosen Verkehrsautomation und zur fehlerfreien Interpretation menschlichen Verhaltens ist es noch ein langer Weg. Wir müssen dafür sorgen, dass jeder versteht, dass man sich nicht allein auf die Schutzwirkung technologischer Errungenschaften verlassen kann. Die Entwicklung automatisierter Funktionen wird schrittweise erfolgen, und bei Volvo Trucks kommen technologische Neuerungen erst dann zum Einsatz, wenn feststeht, dass sie den Fahrer sicher und wirkungsvoll unterstützen. In den Städten sehen wir gegenwärtig immer noch zahlreiche Hürden für die Automation. Das liegt an der hohen Verkehrsdichte, an den komplexen Verkehrsräumen und an der Zahl der ungeschützten Verkehrsteilnehmer. Wir dürfen niemals vergessen, dass der Mensch ein verletzliches Wesen bleibt, auch wenn sich das Verkehrsumfeld ändert.“

Volvo Trucks Sicherheitsinitiativen

Unsere Sicherheitsinitiativen basieren auf umfangreichen Unfallforschungen des Volvo Trucks Unfallforschungsteams ART (Accident Research Team). Beide Programme bestehen aus einem Mitmachpaket und einer Anleitung, die kostenlos von der Volvo Trucks Homepage heruntergeladen und benutzt werden können.

Stoppen, schauen, winken
Verkehrssicherheitsinitiative, die Kindern vermittelt, wie man sich im Straßenverkehr und insbesondere im Umfeld großer Lkw verhält.

Sehen und gesehen werden
Verkehrssicherheitskampagne, die zeigt, wie sich das Zusammenspiel von Radfahrern und Lkw-Fahrern sicherer gestalten lässt.

Möchten Sie uns dabei helfen, Leben zu retten?
Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Volvo Partner vor Ort.

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