Wald-Meister

Er war Zweitplatzierter beim Weltfinale der diesjährigen Volvo Driver Challenge und ist ein wahrer Meister in Sachen Verbrauchsoptimierung. Langholzspediteur und Lkw-Fahrer Bert „Knatte“ Johansson weiß, wie er das Maximum aus jedem Tropfen Kraftstoff – und aus seinen Volvo Trucks – herausholt. 
Holztransport in Schweden.

Seit 30 Jahren sitzt Bert „Knatte“ Johansson am Steuer. Er weiß genau, wie man gewundene Forstwege mit einem 64-Tonnen-Lastzug bewältigt.

Es ist ein wunderschöner Herbsttag in den tiefen Wäldern Mittelschwedens. Bert Johansson, der schon seit seiner Kindheit den Spitznamen „Knatte“ trägt, sitzt in der Kabine seines Krans. Momentan hat er alle Hände voll damit zu tun, 60 Tonnen Langholz aufzuladen. Der 8-Meter-Kran bewegt sich flink und mit der Präzision eines Uhrwerks. Die Bewegungen des Greifers, der das am Boden aufgestapelte Holz kräftig packt und auf dem Lkw-Anhänger platziert, sehen aus, als sei der Greifer lediglich die Verlängerung von Knatte Johanssons Hand.

Wir müssen permanent auf den Verbrauch achten und ihn optimieren, denn wir sind immer vollbeladen unterwegs.

Bert „Knatte“ Johansson.

Fahrer und Transportunternehmer

Mit 30 Jahren Berufserfahrung weiß Knatte genau, wie man den Anhänger am besten belädt und die gewundenen Forstwege optimal meistert. Die undurchdringlichen Wälder haben ihn zu einem sehr geschickten Fahrer gemacht, der im Laufe der Jahre mehrere Wettbewerbe im Rahmen der schwedischen Fahrzeugmesse Elmia gewonnen hat. 2009 war er außerdem Sieger des Volvo Wettbewerbs „Super Eco Driver“, dem die heutige Driver Challenge nachempfunden ist, bei deren Weltfinale er dieses Jahr Zweiter von insgesamt 32 Finalteilnehmern wurde. Viele der Teilnehmer, die einen der vorderen Ränge beim schwedischen Finale belegt haben, kommen ebenfalls aus der Forstwirtschaft. Für das gute Abschneiden seiner Branchenkollegen hat Knatte eine einleuchtende Erklärung:
 

Bert Johansson im Wald

Für Bert „Knatte“ Johansson ist es kein Zufall, dass viele der Teilnehmer am Weltfinale der Driver Challenge aus der Holzindustrie kommen. „Als Fahrer eines Langholztransporters kennt man die Abmessungen und die Position von Zugmaschine und Anhänger genau.“

Holzverladung

Knatte war 19, als er in der Transportfirma seines Vaters anfing. Damals gab es noch keine Krankabine, weshalb er beim Be- und Entladen in einem Verschlag im Freien sitzen musste.

„Als Fahrer eines Langholztransporters kennt man die Abmessungen und die Position von Zugmaschine und Anhänger genau. Andernfalls würde man sich schnell festfahren und wäre im Wald ganz auf sich allein gestellt. Ausserdem müssen wir permanent auf den Verbrauch achten und ihn optimieren, denn wir sind immer vollbeladen unterwegs“, erklärt er.

Seit er als Neunzehnjähriger bei Sommens Transport anfing, hat Knatte die Entwicklung von Zugmaschinen und Anhängern mit grossem Interesse verfolgt. Damals gehörte der Betrieb noch seinem Vater. Weil es damals noch keine Krankabine gab, mussten er und seine Kollegen beim Be- und Entladen in einem Verschlag im Freien sitzen – bei jedem Wetter. Und weil die Motoren damals noch nicht so viel Leistung hatten, kam es häufiger vor, dass man sich festfuhr. Bis zur Einführung von Dynafleet und des Positionsdiensts, der die Ortung von Fahrzeugen aus der Ferne ermöglicht, waren Fahrer, die im Wald steckenblieben, ganz auf sich allein gestellt. Knatte kann sich an mehrere Fälle erinnern, in denen er ausrücken und nach Kollegen suchen musste, die nicht von ihrer Schicht zurückgekehrt waren.

Knatte mit Volvo Händler

Knatte und sein Volvo Händler Johan Ejdehage. Heute setzt seine Firma auf Fahrzeuge des Typs Volvo FH16 mit 750 PS starken Motoren.

„Am schlimmsten war die Ungewissheit. Heute kann ich jederzeit nachverfolgen, wo meine Fahrzeuge sind und ob sie fahren oder stehen. Für mich und meine Mitarbeiter ist das sehr beruhigend“, sagt er.

Die heutigen Volvo FH16 von Knatte Johansson besitzen 750 PS starke Motoren, die das Anfahrverhalten der 64 Tonnen schweren Lastzüge auf unwegsamem Terrain deutlich verbessern. Zudem setzt Knatte auf I-Shift, seit diese Getriebevariante auf den Markt kam. Für ihn haben I-Shift und Volvo Dynamic Steering das Fahrverhalten deutlich komfortabler und ruhiger gemacht.

„Heutzutage bin ich nach einer Schicht längst nicht so kaputt wie früher“, sagt er beim Aussteigen aus der Krankabine.

Dies ist Knattes zweite Tour für heute. Zum ersten Mal seit Schichtbeginn um vier Uhr früh macht er eine Pause und sieht sich um. Die Stelle im Wald ist nur 30 Kilometer von seinem Betrieb in Tranås entfernt, doch er war noch nie hier. Viele Landbesitzer fällen Zeit ihres Lebens nur einmal Bäume an einer bestimmten Stelle, weshalb die Beladepunkte jeden Tag wechseln. Knatte spürt eine grosse Verantwortung gegenüber seinen Kunden, deren Existenzgrundlage er transportiert, und hält sich für ein wichtiges Glied der Lieferkette.

„Ich habe mich immer für den Wald interessiert, denn er ist so wichtig für Schweden. Schliesslich brauchen alle Baumaterial für ihre Häuser und Papier für ihre Toiletten. Ausserdem geniesse ich die Ruhe und den Frieden des Walds – das ist mir sehr wichtig“, sagt er und steigt ein, um weiterzufahren.
 

Sägewerk Bergs Timber

Knatte beliefert das Sägewerk Bergs Timber in Mörlunda, das rund 150 Kilometer von der heutigen Beladestelle entfernt liegt.

Sein Ziel ist das Sägewerk Bergs Timber in Mörlunda. Vor ihm liegen rund 150 Kilometer. Als er die schlimmsten Forstwege hinter sich hat und eine asphaltierte Landstrasse erreicht, schaltet Knatte sofort den I-Cruise-Geschwindigkeitsregler ein. Ausserdem aktiviert er das Verbrauchsoptimierungsprogramm I-See, das die Strasse vor ihm abtastet und die Fahrweise im Hinblick auf möglichst günstige Verbrauchswerte anpasst.

„Auf befestigten Landstrassen und Autobahnen nutze ich diese Programme zu 99 Prozent. Tempomat und I-See sind die perfekte Kombination, weil das System für einen denkt. Wenn ich versuchen würde, genauso sparsam zu fahren wie das System, müsste ich mich den ganzen Tag lang voll konzentrieren. So viel Konzentration über einen so langen Zeitraum schaffe ich einfach nicht“, gibt er zu.

Knatte sagt, wer wirklich Kraftstoff sparen wolle, müsse das Gaspedal möglichst in Ruhe lassen, und dass ein Lkw weiter rollt, als man glauben würde. Außerdem versucht er herauszufinden, wie die Technik im Fahrzeug funktioniert und wie sich mit den einzelnen Systemen die besten Resultate erzielen lassen.

Knatte zeigt auf das Display und erklärt, was I-See bewirkt: „Jetzt lasse ich schon seit geraumer Zeit rollen, aber ohne das System hätte ich niemals so früh den Fuß vom Gas genommen. Da ist Volvo wirklich eine clevere Sache gelungen“, sagt er.
 

Knattes Lkw beim Wenden

Bei seiner täglichen Arbeit verlässt sich „Knatte“ auf Funktionen wie I-See, I-Shift, Volvo Dynamic Steering, Tandem-Achslift, Dynafleet und I-Cruise.

Nach rund zwei Stunden Fahrt erreicht Knatte das Sägewerk und lädt seine Fracht ab. Die Luft ist voller Sägemehl, und in der riesigen Anlage riecht es nach frischem Holz. Überall stehen gewaltige Stapel Stammholz. Die Kennzeichnungen an den Enden der Stämme geben Aufschluss über die Bestellnummer, den Lieferanten und den Namen des Landeigentümers. Auch Knatte markiert seine Fracht, bevor er sich auf den Rückweg begibt.

Heute fährt er unbeladen zurück, was er eigentlich gerne vermeidet. Bis vor einigen Jahren gab es ein Sägewerk in der Nähe von Tranås, doch nach dessen Schließung musste sich Knatte nach neuen Kunden umsehen, um die entstandene Lücke zu schließen. Zum Beispiel beliefert er nun den Fertighaushersteller Eksjöhus, der 50 Kilometer von Tranås entfernt ein eigenes Sägewerk betreibt.

Wenn sich Leerfahrten nicht vermeiden lassen, benutzt er grundsätzlich den Tandem-Achslift, damit das Fahrzeug weniger Kraftstoff verbraucht. Langfristig zahlt sich das aus, denn seine sieben Lkw sind rund um die Uhr unterwegs.

Tempomat und I-See sind die perfekte Kombination, weil das System für einen denkt.

Bert „Knatte“ Johansson

Fahrer und Transportunternehmer

Knatte räumt ein, Theorie und Praxis seien nicht immer dasselbe. Sowohl er als auch seine Mitarbeiter müssten manchmal Zugeständnisse beim Kraftstoffverbrauch machen – vor allem an stressigen und arbeitsreichen Tagen.

„Dann kommt es darauf an, dass wir verlorenen Boden durch mehr Produktivität wettmachen. Dieses wichtige Gleichgewicht versuche ich auch meinen Fahrern zu vermitteln“, sagt er.

Wenn es darum geht, wie sich die Technologie von Volvo Trucks möglichst gewinnbringend einsetzen lässt, legt Knatte großen Wert auf den Sachverstand seines Händlers Johan Ejdehage aus Rejmes. 24 Jahre lang hat der Vater von Johan Lkw an Knattes Vater Bertil verkauft, und seit die beiden Söhne die Betriebe ihrer Väter übernahmen, sind weitere zwei Jahrzehnte der Zusammenarbeit vergangen. Wenn Knatte an einem Fahrwettbewerb von Volvo teilnimmt, ist Johan meistens dabei. Dann tüfteln die beiden aus, mit welcher Fahrweise sich die besten Ergebnisse erzielen lassen.

„Beim Weltfinale der Driver Challenge fiel mir auf, dass viele andere Teilnehmer lieber von Hand schalteten – im Gegensatz zu mir. Ich habe nur einziges Mal einen Gang von Hand eingelegt, und zwar an einer Steigung. Das ist der beste Beweis dafür, wie gut die Technik von Volvo Trucks funktioniert“, sagt Knatte. 

I-See: spart bis zu 5 Prozent Kraftstoff

Abbildung zu I-See


1. Schwung aufnehmen
Da I-See weiss, dass eine Steigung bevorsteht, beschleunigt das Fahrzeug und bleibt länger in einem höheren Gang.

2. Herunterschalten vermeiden
Durch das Verhindern unnötiger Gangwechsel macht I-See das Bergauffahren geschmeidiger und sparsamer.

3. Geschwindigkeitsdrosselung auf der Kuppe
Wenn sich das Gefälle nähert, verhindert I-See, dass das Fahrzeug unnötig beschleunigt.

4. Rollenlassen vor dem Gefälle
Um Energie zu sparen und die Bremswirkung zu verringern, kuppelt I-See unmittelbar vor dem Gefälle vorübergehend den Antriebsstrang aus.

5. Bergabbremsung kontrollieren
I-See weiss, wo ein Gefälle endet und das nächste beginnt und betätigt je nach Bedarf die Zusatzbremsen zugunsten grösstmöglicher Effizienz.

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