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Neues I-See von Volvo Trucks lässt Transportfirmen beim Tanken sparen

Die Lkw-Branche sucht derzeit überall nach Möglichkeiten zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs. Eine Möglichkeit besteht darin, die kinetische Energie des Fahrzeugs in Vortrieb umzusetzen. Eine Neuentwicklung von Volvo Trucks ist das so genannte I-See, das wie ein Autopilot funktioniert und den Kraftstoffverbrauch senkt, indem es sich um die Gangwechsel kümmert und Gefällestrecken nutzt.
Volvo Trucks Funktionsweise

Unter kinetischer Energie versteht man die Arbeit, die aufgewendet werden muss, um die Geschwindigkeit eines Objekts auf Null zu reduzieren. Wenn ein in Bewegung befindliches Objekt verlangsamt wird, muss dessen kinetische Energie in eine andere Energieform überführt werden.

Wenn ein Fahrzeug bremst, wird seine kinetische Energie in Wärme umgewandelt. Viele Fahrzeughersteller arbeiten derzeit an Lösungen, mit denen sich die kinetische Energie nutzbar machen lässt, damit sie nicht als überschüssige Wärme verpufft.

„Wenn sich kinetische Energie stärker nutzen lässt, kann das zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs beitragen. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch der Wirtschaftlichkeit der Branche zugute, was angesichts der immer größeren Belastung durch steigende Kraftstoffpreise für viele Transportfirmen immens wichtig ist", so Anders Eriksson, Produktentwickler bei Volvo Trucks.

Und genau das ist Volvo Trucks mit der neuen I-See Lösung gelungen. Das System nutzt die eigene kinetische Energie des Fahrzeugs dazu, den Lkw an Steigungen „anzuschieben". Und auf Gefällestrecken wird dieselbe Energie zum Beschleunigen genutzt.

Kinetische Energie spart bis zu fünf Prozent

I-See ist mit dem Neigungssensor des Getriebes verlinkt und sammelt Topografiedaten in elektronischer Form. Die Tatsache, dass das System nicht auf Karten angewiesen ist, macht es verlässlicher, da es immer die aktuellsten Informationen sammelt. I-See kann sich an ca. 4000 Steigungen/Gefälle „erinnern", was einer Streckenlänge von 5000 Kilometern entspricht.

„I-See ist ein mit der Geschwindigkeitsregelanlage verlinkter Autopilot, der sich an Steigungen und Gefällen um Schaltung, Gas und Bremse kümmert und dafür sorgt, dass diese Komponenten möglichst kraftstoffsparend agieren.

I-See lässt das Fahrzeug möglichst viel rollen, sodass auf manchen Streckenabschnitten überhaupt kein Kraftstoff verbraucht wird", erklärt Hayder Wokil, Produktmanager bei Volvo Trucks.

„Auf diese Weise lässt sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent senken. Dieser Wert basiert auf den Ergebnissen von Simulationen und Tests auf öffentlichen Straßen. I-See ist auf die Nutzung der Geschwindigkeitsregelanlage angewiesen, und wir wissen, dass Fahrer die Geschwindigkeitsregelanlage etwa die Hälfte der Zeit benutzen.

Bei einem Lkw mit einer jährlichen Laufleistung von 140.000 Kilometern ergibt sich im Normalbetrieb eine Einsparung von rund 1000 Litern Kraftstoff pro Jahr. Für die Rentabilität der Transportfirma macht das einen großen Unterschied", so Hayder Wokil.

Größte Wirkung an kleinen Erhebungen
I-See führt sechs verschiedene Funktionen aus, um die kinetische Energie möglichst weitgehend zu nutzen. Beispielsweise beschleunigt I-See am Berg, bleibt möglichst lang im hohen Gang und lässt bergab rollen, um das Eigengewicht des Fahrzeugs für den Vortrieb zu nutzen.

„Auf welligem Terrain funktioniert I-See am besten. An Hängen, die einigermaßen lang und steil sind, sorgt I-See dafür, dass das Fahrzeug über weite Strecken rollt, ohne den Motor zu benutzen", erklärt Anders Eriksson, der für die Entwicklung von I-See zuständig war.

„Es ist dieses Freilaufpotenzial, dass das System so besonders macht", fügt er hinzu. Wenn der Lkw einfach nur rollt, wird praktisch kein Kraftstoff verbraucht. Allerdings werden für die Freilauffunktion enorm viele Daten benötigt.

„Da ist größte Genauigkeit gefordert. Beispielsweise muss bekannt sein, ob die Geschwindigkeit auf dem vor einem liegenden Streckenabschnitt ab- oder zunehmen wird. Schon ein paar Prozent Steigung oder Gefälle können entscheidend sein", verrät Anders Eriksson.

Weitere Faktoren von entscheidender Bedeutung sind der Luftwiderstand und das Gewicht des Fahrzeugs. Alles in allem muss das System eine Vielzahl von Informationen überwachen und verarbeiten. Vielen Lkw-Fahrern, die I-See in Augenschein nehmen, wird der Fahrstil des Systems bekannt vorkommen.

„I-See imitiert den Fahrstil eines guten Fahrers. Ein guter Fahrer nutzt die kinetische Energie des Fahrzeugs, beschleunigt rechtzeitig und vermeidet unnötige Gangwechsel", sagt Hayder Wokil und fügt hinzu:

„Aber im Gegensatz zu einem Fahrer wird I-See niemals müde - genau wie ein Autopilot."

Folglich kann sich der Fahrer besser auf den Verkehr und andere fahrrelevante Dinge konzentrieren. Was jedoch noch wichtiger ist: Er kommt entspannter voran.

„Und ein wachsamer Fahrer ist auch ein besserer Fahrer. Das wissen wir ganz sicher", sagt Hayder Wokil.

Auch Anders Eriksson betont, dass es nicht nur um Einsparungen beim Kraftstoff geht.

„Zum Beispiel verringert I-See den Bremsen- und Reifenverschleiß. Und davon profitiert natürlich die Umwelt", sagt er.

I-See kommt 2013 auf den Markt.

Einen Film über I-See finden Sie auf http://www.youtube.com/VolvoTrucks.

FAKTEN


I-See besitzt Funktionen für sechs verschiedene Steigungsszenarien:

  • Vor Beginn der Steigung beschleunigt das System.
  • Wenn Sie sich der Kuppe der Steigung nähern, vermeidet das System nach Möglichkeit Gangwechsel. Denn jeder Schaltvorgang führt zu Geschwindigkeitsverlust.
  • Wenn sich das Fahrzeug einem Gefälle nähert, beschleunigt das System nicht, sondern wartet ab und nutzt die Schwerkraft.
  • Vor dem Erreichen eines Gefälles wechselt das System in den Freilaufmodus.
  • Das System bremst bereits weit vor dem Ende des Gefälles, aber:
  • Es löst die Bremsen am Ende des Gefälles, um Fahrt für die nächste Steigung aufzunehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Remo Motta, Leiter Marketing
Tel. +41 44 847 61 70
e-mail remo.motta@volvo.com